Apotheken-Mausoleum

Das „Apotheken-Mausoleum“ der Hof-Apotheke befindet sich heute auf dem Gelände des LWL Freilichtmuseums. Ursprünglich stand das Mausoleum auf dem Gelände des heutigen Max Rubner-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel) am Detmolder Schützenberg. Um 1965 musste das immer stärker verfallende Mausoleum der Erweiterung eines Parkplatzes weichen.
Da die Reste des Mausoleums in einem sehr guten Zustand waren entschlossen sich die Freunde der Residenz e.V. das Mausoleum wieder aufzubauen. In den Jahren 2001 – 2004 wurde das Mausoleum mit erheblichen Finanzmitteln privater Spender als Gemeinschaftsprojekt der Freunde der Rezidenz e.V. und des LWL Freilichtmuseums an einem Standort im Museum, der dem ursprünglichen – nur durch die Berlebecke getrennt – quasi gegenüber liegt und ähnlich topographische Voraussetzungen hat, fertig gestellt.

Das „Apotheken-Mausoleum“ ist die letzte Ruhestätte von der Apothekerswitwe Florentine Marianne Keiser und dem Oberst Johann von Schröderß.

1790 hatte Florentine Keiser (seit 1777 Witwe) mit der Unterstützung des langjährigen Familienfreundes Oberst Johann von Schröderß, der seit 1763 in einer Hausgemeinschaft mit der Familie des Apothekers Jakob Heinrich Kaiser in der Bruchtstraße lebte, die Hof-Apotheke in die Lange Straße 55 verlagert, wo sie sich noch heute befindet.

Florentine Keiser übertrug den Baum- und Küchengarten, den sogenannten Weinberg (später Schützenberg), an Oberst von Schröderß. Dieser ließ 1782 für sich und seine verehrte und geliebte Florentine Kaiser mit Genehmigung der Lippischen Regierung ein Mausoleum bauen. Das Mausoleum ist historisch betrachtet in mehreren Punkten beeindruckend. So ist es ein Beispiel für den Klassizismus, der im Grabbau selten vorkommt, zudem ein sehr frühes und seltenes Zeugnis privater Bestattungskultur außerhalb eines Friedhofes und nicht zuletzt ein außergewöhnliches Denkmal für zwei sich liebende Menschen unterschiedlichen Standes, nämlich für einen Adeligen und eine Bürgerliche.

Florentine Keiser wurde 1801 in dem Gewölbe beigesetzt. Oberst von Schröderß wohnte bis zu seinem Tod am 17. November 1810 im Haus der Hof-Apotheke im zweiten Obergeschoß und wurde im selben Jahre auf der linken Seite neben seiner Florentine beigesetzt.

Das Wappen des Oberst von Schröderß ziert heute noch das Eingangsportal der Hof-Apotheke in der Langen Straße 55.